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Eventrecht: Ich veranstalte ein eSport-Turnier – muss ich eine Rechnung stellen?

Wir bekommen regelmäßig Anfragen zu Steuerthemen und insbesondere auch der Rechnungsstellung, wenn sich ein Team zu einer eSport-Veranstaltung anmeldet. Grund genug für uns, das Thema einmal grob vorzustellen:

Der Veranstalter ist Unternehmer qua Gesetz.

Grundsätzlich gilt: Wer veranstaltet und dafür auch noch Eintrittsgelder nimmt, ist nicht mehr nur mit seinem Hobby (Vorstellung: „wir wollen doch nur spielen“) unterwegs, er ist Unternehmer. Hieraus erwachsen dem Veranstalter Pflichten. U.a. muss ein Gewerbe angemeldet werden, die Haftung muss geklärt sein wenn man nicht im Zweifel mit seinem Privatvermögen für eventuelle Probleme aufkommen möchte und natürlich müssen neben medienrechtlichen auch Versammlungsvorschriften, der Brandschutz, Jugendschutz und andere öffentlich-rechtliche Sicherheitsbestimmungen, insbesondere die Steuerregelungen beachtet werden.

Wann wird die Umsatzsteuer relevant?

Veranstaltet man ein eSport-Turnier nur einmalig oder in sehr geringem Umfang, kann die Kleinunernehmer-Regelung relevant sein. Hier muss man die Umsatzsteuer (USt) nicht ausweisen, ist aber im Gegenzug auch nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt. Gehen die Einnahmen in Richtung über 10.000 Euro pro Jahr, sollte man sich beraten lassen, ob man die Kriterien noch erfüllt. Denn: Umsatz sind alle (geldwerten) Einnahmen und auch sämtliche Ausgaben!

Einen „Durchlaufposten“ wie oft angenommen wird, gibt es dabei nicht. Nimmt man also von einem Sponsoren Headsets mit einem Warenwert von 200 Euro ein und verteilt diese am Event als Preis, liegt bereits ein Umsatz von 400 Euro vor, auch wenn kein einziger Cent den Besitzer gewechselt hat. Gleiches gilt für die Eintrittspreise. Nimmt der Veranstalter 4.000 Euro ein und schüttet diese sämtlichst wieder als Preisgeld aus, sind auch hier 8.000 Euro Umsatz getätigt worden.

Wann muss ich eine Rechnung stellen?

Grundsätzlich sind alle Umsätze mittels Rechnung dem Finanzamt zu belegen. Hieran haben natürlich auch die Teams – ihrerseits als Unternehmer an der Veranstaltung tätig – ein hohes Interesse, da sie die Kosten steuerlich geltend machen können. Um die Rechnungsstellungsverpflichtung kommt man also nur herum, wenn die Veranstaltung rein privater Natur ist und nur Aufwandsentschädigungen in sehr geringer Höhe gezahlt werden. Der Kleinunternehmer hat hier dann den Vorteil, dass er keine USt ausweisen muss. Kleinbetragsrechnungen bis 250 Euro unterliegen zudem einer vereinfachten Rechnungslegung.

Da das Finanzamt gerne prüft, ob die gesetzlichen Regelungen eingehalten wurden und im Zweifel gegen den Steuersünder entscheidet, ist eine grundlegende Kenntnis dieser Notwendigkeiten zur Veranstaltung eines eSport-Turniers unabdingbar.

Bei Fragen hierzu können wir euch gerne eine Hilfestellung bieten.

 

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