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Vertragsrecht: Individuelle Sponsoringverträge richtig gestalten

Sponsorenvertrag

Sponsoring ist ein essentieller Bestandteil des Esports und für viele Teams, Vereine und Spieler eine nicht zu unterschätzende Einnahmequelle. Problematisch kann sich hierbei eine Interessenkollisssion auswirken.

Vorweg: Dieser Beitrag stellt keine Rechtsberatung dar und sollte auch nicht als eine solche gesehen werden. Verträge sollten immer von einem Profi erstellt werden, um im Einzelfall (für den sie gemacht sind) auch das tatsächlich von beiden Parteien Gewünschte zu erfassen.

Interessenkollissionen vermeiden

Jeder Esportler kann im Prinzip Sponsoringverträge abschließen, wie er gerne möchte. Es muss jedoch im Vorfeld geklärt werden, ob Vertragspartner (Clan, Verein) bereits an gegenläufige Verträge mit anderen Unternehmen gebunden sind und ob der Spielervertrag oder eine Individualvereinbarung dem Abschluss eines Vertrags mit einem individuellen Sponsoren entgegenstehen. Hier können viele Probleme auftreten, etwa wenn der Esportler bereits vor dem Antritt der Tätigkeit in seinem neuen Team Ausrüsterverträge oder ähnliches geschlossen hatte. Es ist daher unerlässlich, die Richtlinien des Vereins/Unternehmens zu prüfen, ob diese Sponsoringverträge mit Dritten überhaupt zulassen und wenn ja, wie die Zustimmung hierzu erlangt werden kann.

Sponsoringverträge sind nicht spezialgesetzlich geregelt

Der Gesetzgeber hat für Sponsoringverträge keine Spezialregelungen vorgesehen. Dennoch muss sich der Vertrag natürlich an den allgemein geltenden Gesetzen orientieren. Zudem darf eine solche Vereinbarung den Prinzipien des Spielervertrags nicht zuwiderlaufen. Die Aktivität für den Sponsor sollte also nicht dazu führen können, dass der Spieler seine Leistungsfähigkeit einbüßt.

Sach- und Geldleistungen durch den Sponsoren

Gerade im Bereich des Esports sind Sachleistungen eher die Regel, wenn es um Individualsponsoring geht. Sei es der, auf Grund eines unabwendbaren Zusammenstoßes des früheren Spielgeräts mit der Wand, neu erhaltene Controller, ein individuelles Jersey, die monatliche Versorgung mit Coffeingetränken oder der stets aktuell gehaltene Gaming-PC. Hier muss geklärt werden, was wann und wie häufig geliefert wird und wie die Gegenstände zu nutzen sind.

Esportler, welche sich auf sozialen Netzwerken präsentieren, haben zudem natürlich die Möglichkeit Sponsoringartikel häufig und unauffällig zu präsentieren. Da weder der Esportler noch der Sponsor ein „neu erworbenes“ und autentisch in Szene gesetztes Produkt gerne als „Werbung“ deklarieren, sind hier Regelungen zur Vermeidung von Schleichwerbung nicht zu unterschätzen.

Geldleistungen sollten – sofern sie zweckgebunden sind – entsprechend mit der gewünschten Gegenleistung verknüpft werden, da im Zweifel der Vertrag auszulegen ist und unbestimmte Regelungen zu Streitigkeiten führen werden.

Kein Sponsoring ohne Gegenleistung

Der Sponsor erwartet vom Esportler (s)ein Werbemedium zu sein. Er wird also gewisse Erfolge vertraglich festlegen wollen. Hierbei obliegen dem Spieler gewisse Zwänge, die allerdings häufig nicht garantiert werden können und es fraglich ist, ob eine solche Regelung überhaupt wirksam in den Vertrag einfließen kann.

Regelmäßig werden daher Werbevereinbarungen mit Name, Unterschrift und Bildnissen des Esportlers getroffen, welche zur Anwesenheit bei bestimmten Veranstaltungen, Messen, Aktivitäten in sozialen Medien und natürlich der Teilnahme hoch dotierter Turniere verpflichten oder Fotografien/Videoaufnahmen des Spielers durch den Sponsoren selbst verwendet werden. Hier sind vielfache Rechtsverstöße denkbar.

So müssen trotz der Vereinbarung natürlich die Persönlichkeitsrechte (z.B. Recht am eigenen Bild oder das Recht am eigenen Namen) des Esportlers beachtet werden. Umgekehrt kann der Esportler durch sein Verhalten gegen die Interessen des Sponsoren verstoßen, indem er sich inadäquat verhält.

Es ist daher notwendig, die Pflichten des Esportlers detailliert festzulegen und hierbei die gesetzlich zulässigen Grenzen nicht zu überschreiten.

Sonstige Regelungen

Wie in anderen Esport-Verträgen auch, müssen Pflichtverletzungen sanktionert werden. Hierbei ist an Vertragsstrafen (sofern zulässig) zu denken. Wie oben bereits angeführt, kann es zu Sponsorenkonkurrenz mit dem Team/Verein kommen, entsprechende Regelungen sind daher notwendiger Vertragsbestandteil. Kündigungsmöglichkeiten, Gerichtsstände etc. sind obligatorisch.

Da einem Spielervertrag eher selten neue Regelungen hinzugefügt werden (Stichwort: Schriftformklauseln), muss bereits bei Abschluss des Spielervertrags an ein Individualsponsoring gedacht werden, um hier nicht vertragsbrüchig zu werden bzw. am Abschluss eines lukrativen Sponsoirngvertrags gehindert zu sein.

 

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